Explosion am Campingplatz

24. Juli 2019
Übungen
Eine Übung der Feuerwehren aus Adelsdorf

Kurz nach 20 Uhr am Samstagabend riefen Sirenen die Feuerwehren aus Neuhaus, Adelsdorf, Aisch, Hemhofen/Zeckern und den ASB Erlangen nach Heppstädt.

Patrick Sorger, zweiter Kommandant der Neuhauser Wehr, war Einsatzleiter einer groß angelegten Übung, bei der es größtenteils um die Rettung von Personen ging, nachdem es auf einem Campingplatz eine größere Explosion gab.
Im Gemeinschaftshaus der Anlage waren insgesamt 5 Verletzte untergebracht, die in Form von Darstellern/Mimen realistische Bedingungen schafften, um den Einsatzkräften die Situation dem Ernstfall möglichst nahe zu bringen. Zusätzlich wurden zwei Übungspuppen in die Übung eingebunden, die mit einem Gewicht von knapp 80 kg eine leblose Person darstellten.

Was die alarmierten Einsatzkräfte dort jedoch erwartete, war zuvor nicht bekannt.

Nach Eintreffen der ersten Einheiten aus Neuhaus wurde sich zuerst ein Bild der Lage verschafft. Rauch drang aus dem betroffenen Gebäude, Bedienstete liefen aufgeregt umher. Sämtliche Personen im Umkreis machten die Situation spannend, die zum einen teilweise zur Lage befragt werden konnten, zum anderen jedoch zügig betreut werden mussten, um sich keiner weiteren Gefahr auszusetzen.
Die Feuerwehren aus Neuhaus, Aisch und Hemhofen/Zeckern rüsteten sich mit schwerem Atemschutz und Strahlrohren aus, um zur Menschenrettung ins Gebäude vorzugehen. Zwei Geschosse sowie der gesamte Keller mussten abgesucht werden.

Zum Einsatz im Obergeschoss kam die Drehleiter der Feuerwehr Adelsdorf, die zügig zu einem dortigen Balkon in Stellung gebracht wurde. Auch die Adelsdorfer Wehr rüstete sich mit Pressluftatmern aus und ging in das Gebäude vor.
Die Rettung zweier Verletzter konnte so, nach Auffinden durch einen Atemschutztrupp mit der Krankentragenhalterung am Rettungskorb, über die Drehleiter durchgeführt werden.
Am Boden übernahmen einige Sanitäter des Arbeiter-Samariter-Bund Erlangen die Patienten und versorgten diese fiktiv bis zum Abtransport.

Die Übung verlief reibungslos und strukturiert, so Einsatzleiter Sorger.

Mit vor Ort waren Führungskräfte der Kreisbrandinspektion als Beobachter, Kreisbrandinspektor des Dienstbezirks 5, Jürgen Schwab und Kreisbrandmeister Markus Maier.

Am Ende gab es noch eine ungewollte Taufe und zwar für den 1. Bürgermeister der Gemeinde, Karsten Fischkal. Eine Schlauchkupplung löste sich und verspritzte einiges an kühlem Nass. Er musste lachen, als er triefnass erzählte, dass ihm solch eine Misere noch nie passiert ist, zumal er mit solchen Szenarien durch seine 30-jährige Erfahrung im Rettungsdienst schon einiges erlebte. 
Eine gelungene Übung, die zum allgemeinen Ablauf und das aufeinandertreffen mehrerer Feuerwehren immer wieder wichtig ist, um koordiniert das Einsatzziel der erfolgreichen Menschenrettung aus Notlagen zu trainieren.

 

Bericht: Sebastian Weber, Pressesprecher Kreisbrandinspektion ERH
Bilder: FF Neuhaus / Aisch