Fassadenbrand in Oberreichenbach

23. Juli 2019
Übungen
Eine Großübung der Feuerwehren im Aurachtal

Oberreichenbach/Aurachtal (DB3): Zu einem Brand in einem Mehrfamilienhaus in Oberreichenbach wurden am Dienstagabend die Feuerwehren Oberreichenbach und die drei der Gemeinde Aurachtal gerufen.

Um punkt 19:00 Uhr heulten die Sirenen in Oberreichenbach, Münchaurach, Falkendorf und Neundorf. Nach realistischen Bedingungen rückten die Kräfte nach und nach an.

Vorgefunden hatte man einen Brand in einem dreigeschossigen Mehrfamilienhaus mit der Meldung „Personen in Gefahr“. Angenommen wurde die Brandausbreitung in Folge eines Fassadenbrandes in sämtliche Wohnungen über mehrere Geschosse. Sofort machte sich der ersteintreffende Kommandant der Oberreichenbacher Wehr und folge dessen Einsatzleiter auf zur Erkundung der Gegebenheiten.

Rauch drang bereits aus dem Gebäude, was für Übungszwecke mit Nebelmaschinen realisiert wurde.

Es folgten die beiden Löschfahrzeuge (LF10 und LF8) der örtlichen Feuerwehr. Der Gruppenführer holte sich den Auftrag vom Einsatzleiter, sofort mit der Personenrettung und Brandbekämpfung über den Eingang im Erdgeschoss durch das Treppenhaus zu beginnen.

Als die Schläuche rollten und der erste Angriffstrupp unter schwerem Atemschutz ausgerüstet war, ging der Trupp mit dem ersten C-Rohr ins Gebäude vor. Die schwülen Temperaturen am Abend machten die Arbeit in Anbetracht der Ausrüstung nicht gerade einfach. Pressluftatmer, Feuerwehraxt, Leinen, Lampen und einiges mehr, sorgen für bis zu 30 kg zusätzliches Gewicht für die Einsatzkraft im Innenangriff.

Kurze Zeit später trafen die nächsten Einheiten aus Münchaurach, Neundorf und Falkendorf ein.

Die Wasserversorgung über Hydranten, sowie aus einem nahegelegenen Weiher wurde erstellt, wonach jede Feuerwehr Ihren Auftrag erteilt bekam.

Aus Herzogenaurach kam die Drehleiter samt Löschfahrzeug (HLF) hinzu, was bei solch einem Alarmstichwort automatisch herangezogen wird. Der Gruppenführer sprach den Einsatz der Drehleiter mit dem Einsatzleiter ab und die Mannschaft brachte das Hubrettungsgerät vor dem Gebäude in Stellung.

Mit der Zeit kamen weitere Trupps unter schwerem Atemschutz zum Einsatz, da insgesamt 12 Personen in Form von Darstellern und Übungspuppen aufzusuchen waren. Im dichten Nebel wurde es den Kräften nicht viel leichter gemacht als im realen Einsatz. Die Rettung erfolgte meist über das Treppenhaus, aber auch über die Drehleiter im zweiten Stockwerk durch geöffnete Fenster.
In dem Zuge konnte auch eine Überdruckbelüftung gestartet werden, um die Verrauchung im Gebäude zu verringern. Bessere Sicht erleichtert das Arbeiten und das Auffinden von Personen wird abgesehen von eingesetzten Wärmebildkameras effektiver.

Auf der Rückseite des Gebäudes wurden Steckleitern in zwei Geschossen am Balkon in Stellung gebracht. Auch dies ist ein weiterer Rettungsweg, was nicht außer Acht gelassen wurde.

Das Zusammenspiel der alarmierten Kräfte war ausschlaggebender Grund für diese Übung, die Kreisbrandmeister des Dienstbezirks 3, Jochen Hofmockel ausarbeitete.
Die Vorbereitungen schafften einige Kameraden, der Kommandant der FF Herzogenaurach, sowie Kreisbrandmeister des Atemschutzes Patrick Dreher, der unter anderem als Beobachter fungierte und den ausgebildeten Atemschutzgeräteträgern genau auf die Finger schaute.
Nachdem alle vermissten Personen aufgefunden waren, galt die Übung als beendet. Nach den Aufräumarbeiten versammelte man sich zur obligatorischen Manöverkritik, bei der sämtliches Vorkommen während der Übung, besprochen wurde.

Die Einsatzübung war für nahezu alle Einsatzkräfte unangekündigt und wurde durch das Aufkommen im Ort von vielen zivilen Zuschauern beobachtet.
Kreisbrandmeister Hofmockel bedankte sich für die Bereitschaft aller Feuerwehrdienstleistenden, sowie beim Besitzer des Hauses, welches zu dieser Zeit zur Renovierung leer stand. Nach knapp zweieinhalb Stunden rückten die Einheiten nach und nach ab und stellten Ihre Einsatzbereitschaft wieder her.

 

Bericht/Bilder: Sebastian Weber, Pressesprecher Kreisbrandinspektion ERH