EHEC - Infektion
Die Medien berichten von gehäuften EHEC-Infektionen v.a. in Norddeutschland, allerdings mit einer Ausbreitung bereits in mehrere Bundesländer, selbst in Bayern wird bereits von einem Fall berichtet.
Aus einer Epidemie, mit einer örtlichen begrenzten Ausbreitung, könnte schnell eine Pandemie entstehen, wobei hier die regionale Begrenzung entfällt. Medien neigen hier, wie wir bereits aus der Erfahrung der letzten Jahre kennen, zu einer gewissen Panikmache.
Wenngleich dies sicher zum jetzigen Zeitpunkt nicht gerechtfertigt erscheint, so sollten wir doch einen gewissen Respekt vor dieser Erkrankung haben und die entsprechenden Schutzvorkehrungen treffen.
Was ist eigentlich eine EHEC-Infektion?
Hinter diesem Begriff versteckt sich eine Infektion mit sog. enterohämorrhagischen Escherichia Coli-Bakterien.
Escherichia Coli Bakterien gehören grundsätzlich zur normalen Darmflora, sind die regelhaften Bewohner unseres Darmes und erfüllen in unserem Verdauungstrakt wichtige Funktionen. Eine Sonderform dieser Bakterien, die normalerweise nicht in unserem Verdauungstrakt zu finden sind, stellen die EHEC Bakterien dar.
Üblicherweise finden wir diese Bakterien im Darm von Rindern und anderen Wiederkäuern, aber auch bei Schweinen, Katzen, Hunden, Geflügel etc., ohne dass sie selbst erkranken. In dem Moment, wo diese Tiere Stuhl (Fäkalien) mit diesem Erreger ausscheiden, können diese in unsere Nahrungsmittelkette gelangen.
Diese Erreger produzieren Giftstoffe, welche beim Menschen schwerwiegende Erkrankungen auslösen können.
Welche Infektionswege kennen wir bei EHEC-Bakterien?
Eine Übertragung kann über folgende Wege geschehen:
Tierkontakte:
Durch Berührungen (Streicheln) können Erreger über unsere Hände in den Mund gelangen.
Lebensmittel:
Pflanzliche Lebensmittel (Obst, Gemüse,.etc.) welche mit Dung von Tieren kontaminiert wurden.
Rohe, nicht erhitzte Milch. Bei der Milchgewinnung können Kotpartikel in die Milch gelangen.
Rohes Fleisch
Bei Ausscheidung von infektiösem Material besteht eine hohe Infektionsgefahr; bereits 100 Keime reichen aus, um eine Infektion auszulösen. Die Inkubationszeit beträgt zwischen 1- 3 (8) Tage.
Bei welchen Symptomen denken wir an eine EHEC-Infektion?
- Übelkeit
- Erbrechen
- Wässrige Durchfälle
- Blutige Durchfälle (bei schweren Verläufen)
- Schmerzhafte Bauchkrämpfe
- Selten Fieber
Bei weniger als 10% der Erkrankten kommt es zu schweren Krankheitsverläufen:
- Blutarmut durch das Gift der Bakterien
- Blutgerinnungsstörungen
- Nierenfunktionsstörungen (HUS)
Welche Schutzmaßnahmen kann ich selbst ergreifen?
Aber:
- Achten Sie auf eine sorgfältige Hygiene!
- Hände regelmäßig und gründlich waschen insbesondere nach einem Toilettengang, vor dem Zubereiten von Mahlzeiten, vor dem Essen und nach dem Kontakt mit Tieren
- Gründliche Hygiene im Küchenbereich beim Zubereiten von Mahlzeiten
- Reinigen von Küchengeschirr, Arbeitsflächen, Schneidebretter
- Verzichten Sie auf Rohmilch und deren Produkte, auf rohes Fleisch Gründliches Waschen von Obst und Gemüse
Personen, die an EHEC erkrankt sind, dürfen Gemeinschaftsunterkünfte nicht betreten und nicht in Lebensmittelbetrieben arbeiten (§42 IfSG).
Bei dem Verdacht auf eine EHEC-Infektion oder bei Fragen nehmen Sie unverzüglich Kontakt mit Ihrem zuständigen Arzt auf!
Gibt es weitere Maßnahmen, insbesondere nach einem Patientenkontakt?
- Ausscheidungen eines Patienten werden über die übliche Wege entsorgt
- Sorgfältige Händedesinfektion
- Sorgfältige Flächendesinfektion
- Desinfizierende Wäschereinigung
- Desinfektionsmittel nach www.rki.de
- Meldepflicht nach § 6 IfSG
Klaus Friedrich
Landesfeuerwehrarzt















