KreisFeuerwehrVerband

Erlangen-Höchstadt e.V.

Veranstaltungen

Festkommers 150 Jahre FF Baiersdorf

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Baiersdorf. Ein nicht alltägliches Jubiläum begeht die Freiwillige Feuerwehr der Meerrettichstadt Baiersdorf in diesem Jahr: Sie kann auf 150 Jahre ehrenamtlichen Dienst zum Schutz der Stadt und ihrer Bürgerinnen und Bürger zurückblicken. Am 4.Mai, dem Namenstag des Hl. Florian, startete nun das Festprogramm in Anwesenheit zahlreicher Ehrengäste mit einem feierlichen Festkommers.

Nach einem Sektempfang der geladenen Gäste auf der Terrasse und im Foyer der Jahnhalle konnte Kreisbrandinspektor Stefan Brunner, der als Moderator der Veranstaltung durch den Abend führte, neben vielen aktiven und passiven Mitgliedern der Wehr eine große Anzahl von Ehrengästen begrüßen:

Staatsminister des Inneren und für Integration, Joachim Herrmann,
Mitglied des Deutschen Bundestages Martina Stamm-Fibich,
Mitglied des Bayerischen Landtags Walter Nussel,
Mitglied des Bayerischen Landtags Alexandra Hiersemann,
Bezirksrätin Karin Knorr,
Landrat des Landkreises Erlangen-Höchstadt und Schirmherr Alexander Tritthart,
1.Bürgermeister der Stadt Baiersdorf, Andreas Galster, mit zahlreichen Stadträtinnen und Stadträten aller Fraktionen
Pfarrerin Christine Jahn und Pfarrer Msgr. Dr. Mathew Kiliroor,
Ehrenbürger Michael Buschner und Historiker Horst Gemeinhardt,
Bayerische Meerrettichkönigin Maria I.,
Ehrenkreisbrandrat Karl-Heinz Schalk, Ehrenkreisbrandinspektor Erlangen-Höchstadt Hans Schmitt und Ehrenkreisbrandmeister Roland Zeilinger,
Kreisbrandrat Matthias Rocca, Kreisbrandinspektor Jürgen Schwab und zahlreiche Kreisbrandmeister des Landkreis Erlangen-Höchstadt,
Kreisbrandrat des Landkreises Forchheim, Oliver Flake,
Stadtbrandrat der Stadt Erlangen, Friedhelm Weidinger,
Dienststellenleiter der Polizeiinspektion Erlangen-Land, Glossary Link EPHK Armin Dierl,
hochrangige Vertreter des THW Baiersdorf und der Rettungsdienstorganisationen des Landkreises sowie
Abordnungen der Stadtteil- und der Nachbarfeuerwehren des Unterkreises Baiersdorf.

Nach der Begrüßung richtete Bürgermeister Andreas Galster das Wort an die Gäste. Er überbrachte den Dank der Bürgerschaft der Stadt Baiersdorf an die Feuerwehrkameraden. Die Feuerwehr Baiersdorf wurde im Jahr 1868 unter dem damaligen Bürgermeister Friedrich Fleischmann gegründet. Durch das ständig größer werdende Aufgabengebiet der Feuerwehr sei es wichtig, dass die Absprachen zwischen Feuerwehr und Kommune immer sachlich und harmonisch sind. Dies sei in Baiersdorf in den vergangenen 150 Jahren der Fall gewesen. Nur so können man gemeinsam diese Aufgaben bewältigen. Ebenso dankte Galster den Kameraden für ihr ehrenamtliches Engagement, insbesondere den Kräften, die in den letzten Jahren als Führungskräfte Verantwortung für die Wehr übernommen haben. Er sorge sich aber auch gerade in der heutigen schnelllebigen Zeit über den personellen Rückgang. Viele Bürger arbeiten nicht mehr in Baiersdorf, was die Bewältigung der Einsätze tagsüber nicht erleichtert. Sozusagen als „Geschenk“ zum 150. Geburtstag schafft die Stadt Baiersdorf für ihre Wehr ein neues Hilfeleistungslöschfahrzeug Glossary Link HLF 20 an. Andreas Galster zeigte sich stolz auf seine Gelbhelme und sieht sorglos in die Zukunft der Stadt Baiersdorf. Er wünschte der Veranstaltung und dem Fest einen guten Verlauf und dass alle Einsatzkräfte auch in Zukunft gesund von den bevorstehenden Einsätzen zurück nach Hause kommen.

Im Anschluss folgte das Grußwort des Landrates Alexander Tritthart. Dieser freute sich, den Florianstag, der am 4. Mai gefeiert wird, im Kreise von Feuerwehrkameraden verleben zu dürfen. Er überbrachte die Glückwünsche des Landkreises. Als Landrat sei er sehr stolz auf die Feuerwehren im Landkreis Erlangen-Höchstadt. Er habe höchsten Respekt vor den Aufgaben, die diese heutzutage bewältigen müssen, gab es doch erst vor kurzen einige Verkehrsunfälle mit tödlichem Ausgang, bei denen die Feuerwehren vor Ort waren. Es sei nicht einfach, in dieser Zeit junge Menschen für ein Ehrenamt zu begeistern. Das Angebot im Landkreis seiso vielfältig, dass es schwierig werde, die jungen Menschen für die Feuerwehr zu begeistern. Ebenso dankte der Landrat Bürgermeister Galster für die gute Zusammenarbeit und die zur Verfügungsstellung der Haushaltsmittel. Tritthart wünschte allen Einsatzkräften, dass sie auch in Zukunft gesund von ihren Einsätzen zurückkehren, dem Verein der Freiwilligen Feuerwehr viele Mitglieder und dem Fest einen schönen Verlauf.

Musikalisch umrahmt wurde die Veranstaltung durch den Singverein Baiersdorf, der eng mit der Feuerwehr verwurzelt ist. Hierfür sprach Stefan Brunner ein großes Dankeschön aus.

Historiker Horst Gemeinhardt erläuterte in einem ausführlichen Bericht die jüdische Vergangenheit der Stadt, insbesondere der Feuerwehr Baiersdorf. Seit der Gründung 1868 bis in das Jahr 1935 waren stets zahlreiche jüdische Mitbürger in der Feuerwehr Baiersdorf aktiv, viele von ihnen in führenden Positionen wie Vorstand oder Kassier im Verein, aber auch als Kommandant oder Führungsdienstgrade tätig. Einige von ihnen griff der Historiker dabei heraus und erlaubte den Gästen damit einen umfassenden Einblick in deren Herkunft, berufliche Tätigkeit und Wirken in der Feuerwehr, ließ dabei aber auch das schreckliche Ende für die jüdische Gemeinde mit Zerstörung der hiesigen Synagoge, Emigration und Deportation und Vernichtung nicht außen vor.

Kreisbrandrat Matthias Rocca überbrachte die Glückwünsche der Kreisbrandinspektion und erinnerte zum Florianstag an das Leben und Wirken des Schutzpatrons der Feuerwehren, des Hl. Florian. Die Aufgaben der Feuerwehren seien in den vergangenen Jahren immer mehr gewachsen. Galt es in der Vergangenheit nur den Brandschutz sicher zu stellen, so werden die Feuerwehren in der heutigen Zeit vorwiegend zur technischen Hilfe gerufen. Wichtig sei, die Aus- und Weiterbildung der Kameraden um den Aufgaben auch in der Zukunft gewachsen zu bleiben. Rocca bedankte sich bei den Kameraden für die Einsatzbereitschaft zu jeder Tages- und Nachtzeit und wünschte ihnen für die Jubiläumsfeierlichkeiten gute Gelingen.

Nach Matthias Rocca überbrachte Josef Simon, 1.Stellvertrender Kommandant der Wehr, die Grüße der aktiven Mannschaft. Auch er erläuterte die vielfältigen Aufgaben die eine Feuerwehr stemmen muss. Die Technik habe sich in den Jahren verändert, und ein ehrenamtlicher Feuerwehrdienstleistender müsse ebenso wie ein Berufsfeuerwehrmann mit dieser Technik umgehen können. Er bedankte sich für die vielen Ausbildungsstunden, die seine Kameraden absolvieren, damit die Gerätschaften blind beherrscht werden. Er erinnerte an die gestiegenen Einsatzzahlen und den Zeitaufwand, der notwendig sie, um diese abarbeiten zu können. Hierfür sprach er seinen Dank an die Arbeitgeber der Kameraden aus, die Verständnis zeigen, wenn ein Feuerwehrmann seinen Arbeitsplatz verlässt, um seinen Nächsten zu Helfen. Simon ging aber auch auf die Probleme der Einsatzkräfte ein, die in der jüngeren Vergangenheit wieder einmal vermehrt aufgekommen sind. So ist es nicht selten, dass sich die Kameraden mit „Gaffern herumschlagen“ müssten. Er forderte die zuständigen Stellen auf, härter dagegen vorzugehen. Simons Dank galt den Gründungsmitgliedern der Wehr für ihre Weitsicht, mit der sie damals den Entschluss zur Gründung der Feuerwehr gefasst hätten. Ebenso dankte er allen zwischenzeitlich und aktuell ehrenamtlich Tätigen für den unbezahlbaren Dienst am Nächsten. Er dankte auch den Nachbarwehren, Hilfsorganisationen, Gemeinde und Landratsamt für die reibungslose Zusammenarbeit. Er sei gespannt welche Aufgaben die Zukunft für die Feuerwehren mit sich bringt. Die Feuerwehr Baiersdorf sei bereit, diese Aufgaben zu übernehmen und auch in Zukunft den Brandschutz und die Sicherheit der Bürger sicher zu stellen.

Ein kleines Jubiläum feiern dieses Jahr auch die First Responder der Feuerwehr Baiersdorf. Zum 15- jährigen Bestehen überbrachte der 1. Vorsitzende des Fördervereins First Responder Baiersdorf, Ralf Meisner, seine Glückwünsch. Am Anfang habe es große Überzeugungsarbeit bei den zuständigen Stellen für den Dienstbetrieb einer First Responder-Einheit zu leisten gegolten. Heute sei diese aus dem Ort nicht mehr weg zu denken. Sie gehöre dazu wie die Feuerwehr selbst. Seit Gründung der Einheit halfen die First Responder im Durchschnitt rund 175mal jährlich bei medizinischen Notfällen in der Stadt und der Umgebung. Er sei stolz darauf, was in der Vergangenheit erreicht worden sei. Von der Beschaffung des Equipments bis hin zu den Fahrzeugen konnte alles aus Mitgliedsbeiträgen sowie Spenden finanziert werden. In seiner Funktion als Geschäftsführer der Firma Compoint in Forchheim ließ es sich Ralf Meisner nicht nehmen, der Feuerwehr ein Geschenk zu Ihrem Fest zu überreichen. Dem 1. Vorsitzenden des Feuerwehrvereins, Matthias Wolf, übergab er deshalb eine noble Spende in Höhe von 2.500 €.

Nach Meisner wandte der 1. Vorsitzende an die Gäste. 150 Jahre Engagement, teilweise in der 6. oder 7. Generation, gleich welcher politischen Gesinnung oder welcher Meinung, sei keine Selbstverständlichkeit. Nur die Hilfe am Nächste zähle, egal zu welcher Uhrzeit im Ort der Meldeempfänger klingele, kämen die Kameraden. Darauf sei er sehr stolz. Traurig machen ihn Aussagen von Bürgern, die die Kameraden der Feuerwehr auf „die mit den roten Autos, die lärmend mit Martinshorn durch die Straßen fahren“ reduzierten. Die wenigsten von ihnen dächten in diesem Moment darüber nach, was gerade passiert sein könnte, oder wer da überhaupt ehrenamtlich in seiner Freizeit kommt, um zu helfen.
Er fand es auch schade, dass nur wenige den Feuerwehrverein kennen, dessen Hauptaufgabe die Stellung von Einsatzkräften und die Unterstützung der Wehr wie die Werbung von Mitgliedern sei. Gleichwohl freute er sich jedoch darüber, dass es im Verein noch genügend Mitglieder gibt, die sich ehrenamtlich engagieren.
Er bedankte sich beim Festausschuss, der ihn bei der Planung sehr unterstütze, allen voran Josef Simon. Ebenso dankte Wolf den beteiligten Partnern, Gönnern und Sponsoren.

Nach seiner Rede zeichnete der Vorstand eine Reihe verdienter Vereinsmitglieder für die langjährige Mitgliedschaft mit Ehrenurkunden und -geschenken aus. Leider konnte viele von ihnen, vor allem aus gesundheitlichen Gründen, diese am Abend nicht persönlich entgegennehmen und werden diese zu Hause bekommen.

25 Jahre sind Roland Bachler, Rainer Kauschke, Matthias Slansky, Jürgen Veth und Frank Wolff.

Auf 40 Jahre Mitgliedschaft können Dieter Fischer, Peter Holfelder, Wolfgang Luther und Herbert Poppa zurückblicken.

Für 50 Jahre Mitgliedschaft wurden Karl-Heinz Reinhardt, Georg Schwarzmann und Klaus Wegner ausgezeichnet.

Auf 60 Jahre Mitgliedschaft kann Karl-Ludwig Kilian stolz sein. 70 Jahre Mitgliedschaft sind eine absolute Seltenheit, aber Walter Baumann, Werner Ehrhardt, Hans Fehn und Wolfgang Kilian sind tatsächlich schon so lange dabei!

Als „Letzter im Bunde“ hatte dann der Bayerische Staatsminister des Inneren und für Integration, Joachim Herrmann das Wort. Er bedankte sich für das ehrenamtliche Engagement jedes Einzelnen. Er sei insbesondere auch erfreut darüber, dass sich vor 15 Jahren in Baiersdorf die First Responder-Einheit gegründet habe. Dies geschah ohne jegliche gesetzliche Verpflichtung, sondern rein aus dem Willen, dem Nächsten helfen zu wollen. Immer mehr Feuerwehren in Bayern eifern dieser Sache nach, darauf wäre er sehr stolz. Es ist keine Selbstverständlichkeit, ehrenamtlich tätig zu sein und seine Gesundheit, im schlimmsten Falle auch sein Leben für Andere zu riskieren. Und es sei mit Sicherheit nicht einfach, mit den stets unvorhersehbaren Situationen fertig zu werden, wie beispielsweise mit dem Sturzregenereignis im Jahr 2007. Darüber kritisierte Herrmann auf das Schärfste die erst jüngst wieder aufgetretene Gewalt gegen Einsatzkräfte und sicherte seine komplette Unterstützung zu, die Strafen für solche Taten zu verschärfen.

Im Anschluss zeichnete der Minister die Kameraden Matthias Slansky und Frank Wolf für 25 Jahre aktiven Feuerwehrdienst mit dem Bayerischen Feuerwehrehrenkreuz in Silber aus. Auch Landrat Alexander Tritthart, Kreisbrandrat Matthias Rocca und Bürgermeister Andreas Galster gratulierten den beiden auf das Herzlichste

Gegen 22 Uhr beendete Moderator Stefan Brunner in Anwesenheit des neuen Maskottchens der FF Baiersdorf, einem Löschdrachen, der nach einer Umfrageaktion seinen Namen am 1.Juli beim Fest erhalten wird, den offiziellen Teil und lud alle Gäste zu einem Imbiss ein. Bis in die frühen Morgenstunden hörte man dann in der Jahnhalle viele „Weißt Du noch?“´s, vor allem aus den Reihen langjähriger Vereinsmitglieder, die zum Teil lange Anfahrtswege in Kauf genommen hatten, um an dem gelungenen Festabend dabei sein zu können.

 

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Bericht: Jochen Schuster, Pressestelle Kreisfeuerwehrverband Erlangen-Höchstadt e.V.,
Fotos: Jochen Schuster / Ole Langhans, FF Baiersdorf