„Es war Zeit für ein neues Fahrzeug…“
In einem sehr angenehmen und familiären Rahmen wurde die neueste Errungenschaft im Fahrzeugpark der Wehr in Dienst gestellt. Kommandant Bernd Schlee konnte dazu Bürgermeister Konrad Rudert, dessen Stellvertreter Bernd Rudolf sowie zahlreiche Gemeinderäte begrüßen, dazu die Geistlichkeit, vertreten durch Pfarrer Matthias Jung und Pastoralassistent Matthias Bankmann. Des Weiteren galt sein Gruß Kreisbrandinspektor Richard Kopp sowie den zahlreich erschienenen Vertretern der Nachbarfeuerwehren des Unterkreises. Schlee erinnerte an die Beschaffung, die durch günstige Umstände rasch möglich geworden war, und dankte Bürgermeister, den Gemeinderäten und der Gemeindeverwaltung für die unbürokratische Unterstützung der Maßnahme.
Bürgermeister Konrad Rudert zeigte sich beeindruckt von der modernen Ausstattung des neuen Mehrzweckfahrzeugs, mit dem es der Wehr möglich sei, den ihr gestellten vielfältigen und wichtigen Aufgaben weiterhin auf hohem Niveau gerecht zu werden, nachdem es an der Zeit gewesen sei, das alte Vorgängerfahrzeug auszutauschen. Er verlieh seiner Freude über das großes Engagement und dem hervorragenden Ausbildungsstand der Feuerwehr Möhrendorf Ausdruck.
Kreisbrandinspektor Richard Kopp überbrachte die Grüße der Feuerwehrführung des Landkreises und stellte den Einsatzzweck des Fahrzeuges heraus, das gerade zum Nachrücken von weiteren Einsatzkräften und dem Transport zusätzlich benötigter Gerätschaften von Bedeutung sei. Aber auch für die Fahrt der Feuerwehrleute zu immer häufiger werdenden Ausbildungsveranstaltungen sei es unverzichtbar, damit die Großfahrzeuge am Standort bleiben können.
Pfarrer Matthias Jung und Pastoralassistent Matthias Bankmann gingen in ihrer Ansprache auf das Leben ein, das auf Gemeinschaft ausgelegt sei. Das Fahrzeug trage dazu bei, in dieser Gemeinschaft einander helfen und sich gegenseitig bei Gefahr und Not beistehen zu können. Danach erhielt das neue Mehrzweckfahrzeug durch die beiden Geistlichen seinen kirchlichen Segen.
Im Anschluss übergab der Bürgermeister offiziell die Fahrzeugschlüssel an den Kommandanten, der dann die anwesenden Gäste zur Besichtigung des neuen MZF einlud.
Aufgebaut ist das Fahrzeug auf einem Ford-Transit-Fahrgestell 115 T 300, das von der Firma compoint in Baiersdorf entsprechend ausgebaut und ausgerüstet wurde. Acht Einsatzkräfte finden darin ausreichend Platz. Der „94/11/1“, so sein Funkrufname, ist mit Funkgeräten im 4m- und 2m-Band ausgerüstet und verfügt über die Möglichkeit zur Einspeisung von 230V, beispielsweise zum Betrieb eines Laptops zur Einsatzdokumentation bei längeren Einsätzen. Die am Dach angebrachte Umfeldbeleuchtung, die modernen Sondersignalanlagen sowie die mitgeführte Verkehrssicherungsausrüstung tragen zur Sicherheit an Einsatzstellen bei. Über entsprechende Befestigungsschienen im Heck des Fahrzeugs können zusätzlich mitgeführte Ausrüstungsgegenstände beim Transport gut gesichert werden.
Für die Aktiven der FF Möhrendorf und die geladenen Gäste begann dann im Lehrsaal des Gerätehauses der Ehrenabend, zu dem Kommandant Bernd Schlee zusätzlich Landrat Eberhard Irlinger und Kreisbrandrat Harald Schattan begrüßen konnte.
Irlinger übergab zunächst „einen kleinen Umschlag für´s neue Auto“ an Schlee, bevor er in seinem Grußwort auf die weltweiten Unwetterkatastrophen einging, die in der letzten Zeit die Nachrichten beherrschten. Wenn solche Ereignisse und deren Folgen sich auch nicht ausschalten ließen, so sei es doch beruhigend zu wissen, dass in der Region ausreichend ehrenamtliche Kräfte für derartige Notlagen zur Verfügung stünden. Er sprach den Aktiven seine Anerkennung für ihre Leistungen aus, die viel Zeit und Idealismus voraussetzten. Ein derart hoher Ausbildungsstand wie bei den zu ehrenden Kameraden sei erst nach vielen Jahren und den unterschiedlichsten an sie gestellten Anforderungen erreicht.
Nach jeweils einer kurzen persönlichen Laudatio überreichte der Landrat nach dem Verlesen der entsprechenden Urkunde des Bayerischen Innenministers das Ehrenzeichen des Freistaats Bayern für 25 Jahre aktiven Feuerwehrdienst an Gerhard Hertel und Dieter Reinmüller. Bürgermeister Konrad Rudert sowie die Feuerwehrführungskräfte schlossen sich mit ihren Glückwünschen an.
Kreisbrandrat Harald Schattan erinnerte an das vergangene Jahr mit seinen tiefgreifenden Veränderungen im gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und politischen Bereich. Die Auswirkungen der Wirtschafts- und Finanzkrise würden auch die Kommunen und Feuerwehr zu spüren bekommen. Umso mehr würde man sich in zehn Jahren fragen lassen müssen, ob man heute die Weichen für einen effektiven Feuerwehrdienst richtig gestellt habe und noch über genügend Personal verfüge, um die immer umfangreicher und komplexer werdenden Aufgaben gerecht werden zu können. Sicherheit bedeute Lebensqualität, und diese gelte es ohne zusätzliche Auflagen zu erhalten, entsprechende Rahmenbedingungen und Anerkennungen zu schaffen, damit auch nachfolgende Generationen diese Aufgaben noch ehrenamtlich leisten kann. Dazu gelte es einerseits , die größte Bürgerinitiative des Landkreises und damit ein kompetentes Hilfeleistungssystem zu bewahren. Andererseits müsse aber auch die Akzeptanz und die Wahrnehmbarkeit ihrer Arbeit, die in vielen Schichten der Bevölkerung als selbstverständlich hingenommen werde, verbessert und der einzelne Bürger zu mehr Eigeninitiative, vor allem kleinen Schadenslagen, angeleitet werden.
Stefan Brunner
Presseteam KFV Erlangen-Höchstadt















